Neues von Ole, Beppo & Toni

im Februar 2017

20. Februar
Es macht gar keinen rechten Spaß, hier im Winter immer wieder zu schreiben, dass eigentlich nichts passiert ist, weil einfach keine Zeit für uns bleibt, irgendwas Außergewöhnliches mit den Pferden zu erleben.

Diesen Winter habe ich zum ersten mal regelrecht beschlossen, dass der Ole offizielle Winterpause hat, die tatsächlich auch den ganzen Winter andauert. Möglicherweise macht es das besser und den Frust darüber kleiner, dass ein Tag nach dem anderen vergeht, ohne mit den Pferden zu arbeiten.
Normalerweise wenn ich nach der Schule direkt in den Stall komme (zu Hause vorher noch umziehen habe ich aufgegeben, mein Auto beherbergt alles was man zum Umziehen so braucht) reicht die Zeit gut um alles noch bei Helligkeit sauber zu machen, zum Wasser holen ist es dann meistens schon dunkel und selbst wenn ich einen trockenen beleuchteten Reitplatz hätte, wäre ich ziemlich sicher viel zu müde um dann noch mit den Pferden zu arbeiten. Diese mehr oder weniger bewusste Winterpause frustriert mich schon immer, aber in diesem Jahr tut es mir besonders leid um die motivierten Jungs, die alle drei jeden Tag aufs Neue zeigen wie sehr sie sich über mehr Beschäftigung freuen würden. Gott sei Dank leben sie bei uns mit so viel Platz für Bewegung, dass der Mangel an Arbeit ihnen körperlich nicht schadet, trotzdem ist es traurig und besonders im Winter wird mir immer wieder klar: Zeit ist das allerhöchste Gut.
 
Immerhin unseren kleinen Stallbewohnern konnte ich eine große Freude machen: Unsere drei Katzen legen sich immer ganz begeistert auf irgendwo achtlos hingelegte Schals oder Jacken, alles was einigermaßen weich ist wird sofort in Beschlag genommen. Als ich neulich diese reduzierten Katzenbettchen sah, war ich mir sicher, dass sie sich darüber freuen würden und es geht mir jeden Tag das Herz auf, wenn ich sie tatsächlich alle drei in ihren neuen Bettchen liegen sehe... 


Besonders Gedanken machen wir uns zur Zeit um Luis Toni.
Er ist extrem lieb, motiviert und lernwillig. Trotzdem ist er die mit Abstand größte Herausforderung, die mir in meinem langen Pferdeleben je begegnet ist.
Gesucht hatten wir für Lui ein 'einfaches' Freizeitpferd - eins mit dem man vor allem bedenkenlos ins Gelände gehen kann, ein unerschrockener Kumpel, der nicht viel Bewegung haben muss, dafür aber verlässlich, unerschrocken und brav sein sollte.
All das erfüllt der gute Toni zu 100%.
Als wir ihn kennenlernten, hat nur Lui ihn probegeritten - ich hatte mich bewusst rausgehalten, es war ihr Pferd und ihre Entscheidung. Mir fiel zwar auf, dass er sie im Trab ganz schön katapultierte, aber was für eine Bewegung dahintersteckte konnte ich damals nicht ermessen. Inzwischen weiß ich es besser, saß inzwischen selbst drauf und bin zutiefst ratlos. Ich habe in 40 Jahren Reiterleben einige Pferde erlebt, die schwer zu sitzen waren, aber das ist weit davon entfernt. Ich persönlich halte es im Moment für nahezu ausgeschlossen, dieses Pferd jemals einigermaßen entspannt sitzen zu können.
Lui ist da zuversichtlicher und möchte es weiter versuchen, was bedeutet, dass wir einen langen Weg mit sehr viel Boden- und Handarbeit und biegende Arbeit beim Reiten im Schritt vor uns haben. Zusätzlich erschwert wird seine Grundausbildung von großer Unemfindlichkeit im Maul, die zusätzlich überwunden werden muss. Bevor er hier nicht feiner reagiert macht Reiten an sich nur wenig Sinn.
Die Pferde, die ich bisher roh bekam und selbst ausbilden durfte, waren allesamt roh im Sinne von alles ist offen und alles ist möglich. Das wurde noch nichts kaputt gemacht oder abgestumpft. Wir wissen nicht, was am Toni möglicherweise beim Einfahren verbockt wurde, oder ob er einfach so ein unem