Neues von Ole & Beppo

im August / September 2016

29. September  -  ein Wunder ist geschehen.... 

Nach über einem Monat komme ich heute endlich dazu, Euch die guten Neuigkeiten von den Jungs zu berichten. Lange waren wir ja sehr damit beschäftigt, die beiden Schimmel und den Toni erfolgreich zu trennen. Der Alltag war anstrengend, ständig mussten auf dem Weg von A nach B zahlreiche Litzen überwunden werden, alle unter Strom auch während wir im Stall waren, damit ja keiner auf die Idee kommt, den Strom in Frage zu stellen. Das war nötig und es blieb einige Wochen ruhig. Alle haben sich ein wenig erholt und über die Zäune fanden immer häufiger friedliche Kontaktaufnahmen statt. Immer noch war klar, dass eher der Beppi als Ole die Unruhe stiften und so haben wir uns entschlossen, irgendwann den Toni und Ole wieder zusammen auf die Wiese zu lassen, während der Beppi von Lui bespaßt wurde. Es gab keinen Streit zwischen den beiden - sie wurden keine engen Freunde, aber der Ole genoss die gegenseitige Fellpflege, die so lange nicht möglich war ohne großen Kumpel.
Diese Zusammenkünfte gab es allerdings nur während wir da waren, mehr schien uns noch zu riskant zu sein. Wir hatten uns vorgenommen, uns sehr lange Zeit zu lassen und waren nach wie vor unsicher, ob und wann eine Vergesellschaftung aller drei Pferde gelingen würde.
Vor einer Woche bekam ich morgens in der Schule eine Nachricht von einer Bekannten, die jeden Morgen an unseren Wiesen vorbei zur Arbeit fährt:
"Alle drei stehen zusammen auf der großen Wiese. Alles friedlich."
Da ich nicht einfach weg konnte, war ich sehr froh darüber, dass die gute Jill sich von Mannheim aus gleich auf den Weg gemacht hat um nach den Jungs zu sehen. Ich hatte Angst, dass es nur deshalb friedlich aussehen könnte, weil die Pferde sich vielleicht völlig kaputt von stundenlangen Prügeleien gerade nur ausruhen. Oder verletzt sind und einen Tierarzt brauchen.
Tatsächlich stellte sich heraus, dass alle unverletzt waren und wirklich einfach nur friedlich. Von da an ließen wir die Pferde zusammen und es ist nichts mehr passiert.
Alles ist zwar ein wenig durcheinander und vor allem der Beppi weiß sich in der Gruppe nicht mehr recht einzuordnen. Er hat seinen Platz irgendwie verloren und muss sich jetzt neu einsortieren, was zwar auf den ersten Blick etwas bedauernswert wirkt, ihm aber sicherlich auch ganz gut tun wird.
Wir sind wahnsinnig froh darüber, dass die Pferde ihre Sozialisation nun also selbst in die Hand genommen haben - wir hätten uns niemals getraut, so bald nach den anfänglich so harten Kämpfen wieder einen Versuch zu dritt zu wagen.
So verbringen wir jetzt also bei traumhaftem Wetter einen wunderschönen Herbst mit den friedlichen Jungs und freuen uns über jedem Tag mit ihnen. So soll es sein, so kann es bleiben..... :)

20. August  -  der arme Toni.... 

Als wir gestern nach seiner zweiten Nacht in den Stall kamen, trauten wir unseren Augen kaum:
Die Zäune waren an vielen Stellen völlig zerstört. Litzen zerrissen, Pfosten aus der Erde gerissen, Isolatoren zerbrochen, es sah aus wie auf einem Schlachtfeld.
Die mit den Punkten haben offenbar einen bitterbösen Streit vom Zaun gebrochen (sie waren mit drei Reihen Litze voneinander getrennt, konnten also schon Kontakt aufnehmen) und sie haben dem völlig unterwürfigen Toni übel mitgespielt. Als wir da waren, konnten wir nicht mehr verhindern, dass Ole sich noch mal auf ihn gestürzt und sich laut knurrend in seinem Hals festgebissen hat. Zum Glück konnte Lui sie trennen bevor es zu ernsthafteren Verletzungen kam, aber wir sind wirklich entsetzt.
Weil der Johnny nur weg wollte - er hat die ranghohe Position der anderen nie in Frage gestellt und wollte ihnen voller Angst aus dem Weg gehen, aber sie haben ihn, als hätten sie sich abgesprochen, von vorne und hinten an einer blöden Stelle eingekesselt, sodass er keine Chance hatte zu entkommen.
Mir ist unbegreiflich, warum sich Pferde so verhalten, wo doch die Rangordnung gar nicht bedroht war. Dass es mal Prügeleien gibt und Rangordnungskämpfe, die auch ausdiskutiert werden müssen, ist klar. Aber das war als wäre der Ole in einem regelrechten Blutrausch, als wollte er ihn umbringen.
Eine Schlüsselrolle scheint hier der Beppi zu spielen, der das Ganze deutlich angeheizt hat und offenbar die treibende Kraft ist.
Deshalb wird er sich nun endgültig von seinen Kronjuwelen verabschieden - wir warten bereits auf einen Termin für die Kastration, sobald es die Fliegen-Situation zulässt.
Bis dahin wird es erst mal keine Versuche zur Vergesellschaftung geben. Wir haben wieder eine 3m breite Pufferzone eingerichtet, sodass die Pferde auch keinen Kontakt über den Zaun mehr haben können. Jetzt werden wir die Zeit nutzen, um die drei kontrolliert in Kontakt zu bringen - zum Beispiel bei der Arbeit auf dem Reitplatz, Spaziergängen oder beim Grasen an der Longe. Sie auf der Koppel sich selbst zu überlassen, können wir erst mal nicht verantworten.
Jetzt müssen erst mal Tonis viele kleine Wunden (siehe Bilder) verheilen und der Gute darf sich in Ruhe erholen...

18. August  -  Herzlich Willkommen, Tornado! 

Es gibt große Neuigkeiten bei den Jungs - sie haben einen neuen Kumpel bekommen.
"Tornado" (über 'Tonni' sind wir grade bei 'Johnny' gelandet) gehört dank Volker jetzt Lui :)
Er ist ein lieber vierjähriger Kaltblut x Schweres Warmblut Mix, kommt als Polen, wo er schon gefahren wurde und soll für Lui ein verlässliches Freizeitpferd werden. 
Für ein Kaltblut ist er sehr gehfreudig und zeigt schöne und elegante Bewegungen mit einer überraschend aktiven Hinterhand. Auch die Tierärztin der Ankaufsuntersuchung und ihre Helfer waren ganz schön begeistert vom Tönnchen.
Hier zwei Bilder von der AKU in der Klinik an der Rennbahn in Baden-Baden.


Willkommen zu Hause und herzlichen Glückwunsch, Lui, zu diesem tollen Pferd!