Juli / August 2015

 

5. August - endlich Zeit..

Bei traumhaftem Wetter bleibt gerade endlich mal genug Zeit, um all die Dinge rund um Pferd und Stall zu tun, die schon so lange überfällig sind. Wiese mähen, Sattelkammer und Scheune aufräumen, Motorsense irgendwie wieder in Gang bringen und Pferde waschen. Eigentlich sind es tatsächlich genau diese Tage, auf die ich mich immer das ganze restliche Jahr am meisten freue. Schön, dass sie jetzt da sind! 

frisch gewaschen auf die Koppel, übrigens in dieser Haltung (ich musste selber lachen) tatsächlich auf Kommando :)

 

hier hatte ich ihn gebeten, so schön frisch gewaschen, für ein paar nette Fotos zur Verfügung zu stehen und ich schwöre, er hat mich genau verstanden. Erst hab ichs nicht kapiert, weil er sich plötzlich in diese überaus hässliche Ecke der Wiese gestellt hat, mit dem dunklen Stall und allerlei Gerümpel im Hintergrund. Ich wollt nur hingehen und ihm sagen, dass das da jetzt nicht so prall ist für Fotos, aber er wusste es besser, er ist halt der Professor... :)



 

12. Juli - Fotospielereien

In letzter Zeit versuche ich mich mit den Einstellungen der Kamera endlich mal so vertraut zu machen, dass auch das eine oder andere brauchbare Bild ohne Automatikprogramme entsteht. Ich übe noch, und hab Freude dran und zum Glück unermüdliche Fotomodelle..

6. Juli -        Gabi

Danke für Deine Zeit...

Für Dein immer offenes Ohr, für Deine Warmherzigkeit, Deine bescheidene Großzügigkeit, für Deinen Witz und Deine Gelassenheit. Danke für Deinen Mut, Deine Energie und Deine Kraft, die Du so selbstverständlich an uns alle verschenkt hast. 

Du würdest wollen, dass wir fröhlich sind und das Leben feiern, da bin ich sicher, und Du hättest gerne mitgefeiert, ein Hoch auf das Leben, und scheiß auf die Kalorien, und chucks kann man nie genug haben. Und ich würd gerne anstoßen mit Dir, mit Eiscafé oder Sekt oder dem leckeren Rotwein vom Spanier bis uns die ultimative Geschäftsidee einfällt und ich würde wieder mal lernen von Dir, dass manches zwar blöd ist, aber unterm Strich doch alles echt gut.
Ich hab Dich so bewundert für so Vieles was für Dich selbstverständlich war und für mich große Kunst. Du warst so mittendrin im Leben und hast das Gute immer erkannt und geschätzt und nie hinterfragt, warst immer so sicher, dass Dein Mann, Deine Kinder, Dein Leben genau richtig so sind, genau so wie es war wolltest Du es haben und warst zufrieden, das hab ich bewundert an Dir. Und dass Du eine so gute Mutter warst und so eine tolle Frau und für alle immerzu da. Ich hab Dich bewundert sogar dafür, dass Du die Playmobil Anleitungen immer in Klarsichthüllen abgeheftet hast und die Kassenzettel in Ordner und dabei doch kein bisschen spießig warst. Du in Deiner Familie, unter Deinen Freunden, Ihr wart für uns immer perfekt und ich war glücklich für Dich, das war schön zu sehen. 
Früher, als die Kinder im Anmarsch waren und ich niemanden kannte hier, als sie dann klein waren und größer wurden, da bist Du, ohne es zu wissen, zu sowas wie Heimat für mich geworden. Deine immer offene Tür, Dein du weißt ja wo die Tassen sind, geh schon mal vor, ich bring noch die Milch, das hat mir Wurzeln gegeben und so viel bedeutet.
Wir konnten gleichzeitig den Sinn des Lebens ergründen und Schuhe bestellen, uns die Zukunft ausdenken und Krampfadern verfluchen. Das konnte sonst niemand alles auf einmal. Du warst die, die zufällig zu treffen immer so eine Freude war und auch als gemeinsame Zeit seltener wurde, vergingen die Stunden im Flug, weil es noch so viel zu sagen gab. 
Lui sagt, Dein Salat war der beste, Gabisalat, wegen der weißen Soße, für die ich das Rezept längst verschlampt habe, nach dem ich Dich jetzt nicht mehr fragen kann, aber wenns das doch nur wäre.. 
So viele traurige Menschen bleiben zurück und sie können sich nicht vorstellen wie das jetzt gehen soll, ohne Dich. Du hast viele so verbunden und jetzt irren sie umher und müssen neu zusammenfinden und wissen noch nicht wie.
Du hättest lieber, dass sie singen und tanzen und lachend an Dich denken, und dass wir uns freuen an dem was wir hatten und weiterhin haben und wenn Du könntest, würdest Du von oben Dich selber noch drum kümmern, dass das auch gelingt.  
Das wollen wir auch und tun wir auch schon, mit Dir, in Gedanken an Dich. Aber sie brauchen noch Platz, die Momente, in denen wir noch nicht dran glauben können, dass die Welt sich auch dreht, ganz ohne Dich, weil Du für die, die Dich lieben, doch die Mitte warst.
Auch meine kleine Welt war durch Dich und um Dich herum ein Stück besser und wärmer und sicherer. Mir fehlt viel mehr als Dein zuverlässiger Überblick über alles, Deine ansteckende Zufriedenheit und Deine geduldige Aufmunterung.

Mir fehlt ein Stück Heimat, 

Du fehlst ...