Neues von Ole und Beppo im Mai / Juni 2015

27. Juni - Ole geht es wieder besser
Vor ungefähr sechs Wochen ging es Ole plötzlich schlecht. Er mochte nicht mehr laufen und nicht mehr stehen, hatte offensichtlich Schmerzen in den Hufen. Eine befreundete Tierärztin schaute ihn sich an, dachte auch sofort an Rehe und wir waren in großer Sorge.
Ole ist schon lange zu dick und ich machte mir große Vorwürfe, weil ich die Warnzeichen (zu fett und schon lange ziemlich fühlig) nicht ernst genug genommen hatte. Mein Tierarzt kam und war sich aber sicher, dass er keine Rehe hat. Er fand seine Hufe allgemein zu kurz, meinte, dass er Schmerzen hat, weil einen Tag vorher der Schmied da gewesen ist und hat geraten, ihn beschlagen zu lassen.
Das war zwar irgendwie das, was ich hören wollte, aber wirklich glauben konnte ich es nicht. Wir hatten ihm gleich Schmerzmittel und Entzündungshemmer gegeben und ließen ihn (obwohl der Tierarzt sagte er darf) erst mal gar nicht mehr auf die Wiese. Erst als er nach ein paar Tagen ohne Schmerzmittel wieder völlig normal ging, bekam er täglich einen kleinen abgesteckten Streifen Wiese mit dürrem überständigem Gras. Als er nach einem Tag mit etwas mehr Gras dann schon wieder vor Schmerzen lag, konnte ich erst recht nicht mehr glauben, dass das nichts mit Rehe zu tun hat. Also wieder gar kein Gras.
Zur gleichen Zeit tauchte der "Karottenmann" wieder auf. Ein tierlieber, aber mehr als unwissender Mensch, ein Spaziergänger, der mich schon mehrmals fragte, ob er die Pferde mit Karotten füttern darf. Ich habe ihm jedes mal freundlich erklärt, warum er das nicht tun soll. Er tat es offenbar trotzdem, wurde von Freunden gesehen und auch angesprochen, als er unseren Pferden Karotten gefüttert hat. Er sagte sogar, dass er jeden Tag kommt und die Pferde füttert. Das machte mich extrem wütend. Wir selbst können Ole keine Karotten geben, nicht mal ein kleines Stück, weil er kein Fruktan und keinen Zucker haben darf und Karotten voll davon sind und dann kommt einer, der es nicht besser weiß und stopft die Pferde voll damit. Wir machten uns also auf die Suche nach dem Karottenmann, legten uns auf die Lauer, sprachen die umliegenden Bauern und alle Spaziergänger an und bald hielten alle die Augen offen nach ihm. Es stellte sich heraus, dass er immer morgens zwischen zehn und elf kommt und irgendwann kreuzte er meinen Weg. Ich war sehr böse, habe ihm einen langen, bösen Vortrag gehalten, ihm erklärt, wie sehr er den Pferden schadet auch wenn er es gut meint und ihm verboten unser Grundstück zu betreten. Er hat versprochen, sich daran zu halten, aber wir hatten weiterhin Angst, weil er mir auch vorher schon drei mal versprochen hatte, die Pferde nicht zu füttern.
Nachdem wir am nächsten Tag in den Stall kamen und eine Frau, die ich noch nie gesehen hatte, eine reisen Tüte Brot in die Pferde stopfte, bin ich dann völlig ausgerastet. Während ich nicht weiß, ob mein Pferd jemals wieder gesund wird, stehen fremde Menschen da und stopfen trotz "bitte nicht füttern" Schild ahnungslos das pure Gift in mein Pferd! Die arme Frau stand zitternd vor mir und versprach im Weggehen, dass sie es nie nie wieder tut. Sie tat mir leid, ich habe mich deutlich im Ton vergriffen, aber die Sorge um Ole war größer und freundlich erklären half ja schon mehrmals nicht.
Inzwischen haben wir eine Kette vor der Einfahrt, 5 kleine und zwei sehr große Schilder am Zaun. Ich hoffe sehr, dass nun endlich Ruhe ist und bitte alle Menschen, die so gerne irgendwo Pferde füttern, sich einfach selbst welche zu kaufen, wenn sie nicht darauf verzichten möchten. Dann können sie ihre eigenen Pferde füttern und für Wasser sorgen, Pacht bezahlen, einen Stall und Wiesen in Ordnung halten, Zäune bauen und jeden Tag karrenweise Äppel aufsammeln, bei Regen, Sturm und Schnee, sie können ihre Pferde impfen und entwurmen, den Hufschmied alle paar Wochen kommen lassen und jedes Jahr den Zahnarzt, die Pferde pflegen und gesunderhaltend bewegen. Das alles dürfen und müssen sie tun, wenn sie Pferde gerne mögen und füttern möchten. Und sie dürfen aufpassen und alles daran setzen, dass keine fremden, unwissenden Menschen, die Gesundheit der Pferde gefährden, indem sie ihnen gut gemeintes aber gefährliches Futter geben. Gerade Brot, Äpfel und Karotten können tatsächlich tödliches Gift sein für Pferde mit Stoff-wechselerkrankungen wie EMS oder Rehe, aber wenn sie selbst Pferde hätten, dann wüssten sie das ja.
Wir stecken all unsere Zeit, all unser Geld und all unsere Liebe in diese Pferde und wir wissen, was sie fressen und was sie nicht fressen dürfen.  Wir stecken so viel Zeit und Arbeit in unseren kleinen Ponyhof und wir möchten noch lange mit unseren Pferden zusammen sein, deshalb hoffen wir sehr, dass das Füttern durch Fremde nun endlich ein Ende hat.

Inzwischen war unser Schmied wieder da. Er meint, Ole hätte vermutlich eine Huflederhautentzündung gehabt, aber noch keine Rehe. Da er beim letzten mal vielleicht etwas viel entfernt hatte, kann es sein, dass er dann Schmerzen hatte und da die Huflederhautentzündung eine Vorstufe der Rehe ist, ist es schon richtig, dass wir jetzt besonders aufpassen. Kaum Gras und ein Diätprogramm sind also auf jeden Fall angesagt. Er hat ihm nun den Tragrand höher stehen lassen, um die Sohle zu entlasten. Am nächsten Tag schaute ich mir an wie er läuft und war so glücklich: wie ein junger Gott, ein junges Pferd, schwungvoll, vorwärts, motiviert und gar nicht mehr steif. 
Wir werden also weiter machen wie bisher und in Zukunft eine Menge Gras übrig haben, aber Hauptsache die Pferde sind gesund!

15. Juni - Foto-Besuch im Poloclub Frankfurt
Heute durften wir in Frankfurt nicht nur Fotos machen, Lui und Lisa durften auch die Polopferde reiten und hatten bei tollem Wetter eine Menge Spaß, nicht nur auf der Bahn, sondern auch im Wasser.. Vielen Dank, Djuni! :)

weitere Bilder aus Frankfurt gibt es hier:
www.sprach-rohr.com/foto

14.Juni - die Ponys auf der Kaltblutschau
Auch wenn nicht alles so geklappt hat wie geplant, war es doch ein toller Tag auf der Kaltblutschau! Der Beppi war zwischenzeitlich etwas unverschämt und Muffin wollte dieses mal nicht sein ganzes tolles Repertoire vorstellen, aber die drei Ponys mit ihren Dirndl-Mädchen hatten trotzdem einen sehenswerten, tollen Showauftritt!


... und vor der Show wurden die Pferde sogar noch gesegnet:


4. Mai - die Ponys üben für die Kaltblutschau
Heute kamen wieder Muffin mit Lisa und Baccardi mit Djuna zu uns um die Ponynummer für die Kaltblutschau zu üben. Eine besondere Überraschung war der Besuch von Lisas Freund Jens, der mit seiner fliegenden Kamera ein ganz besonderes Video gemacht hat. Toll, unsere kleine Farm auch mal von oben zu sehen, ganz vielen lieben Dank auch an dieser Stelle noch mal an Jens!!

Wer auch gerne seinen Ponyhof, sein Haus oder eine Veranstaltung auf diese besondere Weise aufnehmen lassen möchte, darf sich sicher gerne an Jans wenden:
Jordan-Jens.de  

und hier noch ein paar Bilder von den Ponys...