Neues von Ole, Beppo & Toni

November 2016

27. November - fleur d'equi

Ich hatte mal wieder eine kreative Eingebung - fand es unpraktisch, die Pferde für die Bodenarbeit immer umziehen zu müssen - Halfter aus, Kappzaum an. Vor allem im herbstlichen Kampf gegen die Dunkelheit ist es für uns wichtig, zugunsten der Pferde Zeit zu sparen. Also habe ich mir ein spezielles Halfter erdacht, das ganz einfach stufenlos verstellbar zu einem gut sitzenden Kappzaum umzufunktionieren ist. Ich habe mir für das Halfter 3 verschiedene Modelle ausgedacht, ein Semi-Halfter (ohne Kehlriemen, den zumindest ich sowieso immer offen lasse), ein klassisches Halfter und ein 'akademisches', das eben auch als Kappzaum zu verwenden ist. Und weil ich finde, dass die meisten Halfter nicht gerade elegant aussehen mit ihren breiten Gurtbändern und klobigen Schnallen, habe ich es schlanker gemacht. Ich habe etwas rumprobiert, hochwertige Materialien ausgesucht, genäht, gemessen, verbessert und vor lauter Begeisterung über das Ergebnis, den Halftern einen Namen und wo ich schon mal dabei war gleich auch eine Internetseite verpasst. Noch weiß ich gar nicht, ob ich sie wirklich verkaufen möchte, aber falls ja, ist das kleine Minigewerbe schon ganz gut vorbereitet :)

4. November - er trabt, und trabt, und trabt...

Heute sind wir zu Hause auf dem Platz geritten und erstaunlicherweise scheint bei Toni ein Knoten im Kopf geplatzt zu sein als er draußen im Gelände getrabt ist. Plötzlich geht es auch auf dem Platz! Das hat ihm so gut getan draußen, dass wir sicher sind, dass er die weiten Strecken geradeaus noch braucht um seine Balance zu finden. Toll jedenfalls, wie schnell er lernt und es ist überaus niedlich zu beobachten wie er sich grinsend freut, wenn man ihn feiert für etwas was er gut gemacht hat. Heute waren wir so begeistert von seinem Trab, dass er Lui wohl eine Freude machen wollte und von alleine immer wieder angetrabt ist, der Gute...

3. November - die Schafe sind zurück

Wie jedes Jahr im Herbst, sind auch jetzt wieder die Schafe zurück auf unseren Wiesen. Am Anfang sind die Pferde immer sehr erstaunt, gewöhnen sich aber immer schnell an die blökenden Nachbarn. In den letzten Tagen zäunte der Schäfer ihnen ihr Nachtlager direkt hinter unseren Koppeln ein - ich liebe den Anblick der Schäfchen in der untergehenden Sonne und die Ruhe, die der Schäfer ausstrahlt, wenn er den ganzen langen Tag lang mit den Schafen umher wandert und dabei nicht gelangweilt wirkt, sondern einfach ruhig und zufrieden. Ob er das ist, weiß ich natürlich nicht, aber ich wünsche es mir, und ihm ;)

Als ich heute früh vor der Schule im Stall war, sah ich noch im Sonnenaufgang wie die Schafe ruhig in ihrem Lager schliefen - als wir mittags wieder dort waren, fanden wir dann plötzlich überall auf den Koppeln Hufabdrücke von Schafen und 'Knödel'..
Der Schäfer erzählte, dass die Schafe tatsächlich, kurz nach sieben als er zurück kam, alle auf unserer Koppel waren. Er hat sie dann wieder rausgeholt, außer zwei kaputten Litzen ist nichts passiert. Da haben sie doch tatsächlich gewartet, bis ich weg war und dann einen Ausflug zu den Pferden gemacht...  

1. November  -  der erste Schritt auf einem langen Weg

Am Sonntag hatten wir ein für uns wirklich denkwürdiges Erlebnis: Lui und ich waren das erste mal überhaupt zusammen ausreiten auf unseren beiden eigenen Pferden!

Davon habe ich seit ewigen Zeiten geträumt und es war an einem unglaublich schönen Bilderbuch-Herbsttag mit zwei braven Pferden unvergesslich schön!
Toni ist noch so jung und ist dabei so wahnsinnig cool und unerschrocken - es war als wäre er der alte Hase und nicht der inzwischen siebenjährige Ole. Auch der war sehr brav und hat nur ein mal den für mich im Gelände so problematischen Rückwärts-gang eingelegt. Dann ging der coole Toni einfach nach vorne und der Ole ließ sich nach einer kurzen Diskussion überzeugen ihm zu folgen.
Christina hat uns mit Milva begleitet und mir mit ihrer Unerschrockenheit Sicherheit gegeben. Die fehlt mir einfach noch, bzw. wieder. Kaum zu glauben, wie wir früher als Kinder mit den Ponys durch die Prärie geheizt sind, sie wieder eingefangen haben wenn sie uns unterwegs abgesetzt hatten - kein Problem, einfach wieder drauf und weiter ging's. Inzwischen habe ich draußen großen Respekt, da bin ich wohl irgendwie alt geworden, aber ich will unbedingt die Freude am Ausreiten zurück. 
Mit Ole öfter raus zu gehen war ja schon oft mein Plan, aber jetzt will ich das unbedingt und muss lernen, das wieder entspannt zu genießen. Und damit wir auf diesem Weg weiter kommen, geht es heute gleich wieder raus...

 

PS: Auch der zweite Ausritt heute war der Wahnsinn - noch besser als der erste - wir sind längere Strecken getrabt und alle Pferde waren großartig! Der Toni hatte einen richtigen Durchbruch - der konnte bisher im Grunde gar nicht traben mit Reiter, aber heute war es als hätte er verstanden wie es geht - und es wurde bei jedem Mal besser, bis er am Schluss ganz schön und flüssig getrabt ist. Wirklich großartig - Lui kann richtig stolz sein und ist es auch :)