Oktober 2015

 

19. Oktober - goldener Herbst..

Die letzten Wochen waren mal wieder so vollgepackt, dass wenig Zeit für mehr als das nötigste rund um die Pferde blieb, und gar keine um von ihnen zu erzählen.
Ich hatte zum neuen Schuljahr die Schule gewechselt und mich von heute auf morgen in ganz neue Fächer in ganz neuen Klassen und Schulformen einarbeiten müssen und auch die Vorbereitungen für Luis Schulwechsel ins Internat haben viel Zeit in Anspruch genommen. Nach Bergen von Formularen und Anträgen, hunderten Telefonaten, Emails und Gesprächen mit allen beteiligten Ämtern, Lehrern und Ärzten, steht nun aber die endgültige Entscheidung ganz kurz bevor. Wenn es dann losgeht, wird sie nur noch am Wochenende und in den Ferien bei ihrem Beppi sein können, genießt jetzt umso mehr die Zeit mit ihm und ich die Zeit mit ihr.

Die Jungs waren in diesen Wochen wie immer sehr geduldig mit uns, haben sich nicht über das Sparprogramm beschwert und freuen sich jetzt umso mehr mit uns, dass endlich Ferien sind und wir so viel Zeit für sie haben.
Lui fängt gerade mit Beppo am langen Zügel neu an, nachdem er eine Zeit lang daran gar keinen Spaß mehr hatte. In den letzten Tagen zeigt er wieder sichtlich Freude an der Langzügelarbeit und ist sehr motiviert.
Und der Ole übertrifft sich gerade selbst: In den letzten ungerittenen Wochen haben wir immer wieder die Seitengänge an der Hand auch im Trab geübt und mit vielen Übergängen und immer wieder neuem Antreten und angaloppieren, auch frei, longiert. Er hat gelernt beim freien Longieren Handwechsel auch im Trab zu gehen und reagiert sehr aufmerksam auf feine Signale.

Und plötzlich hat er ganz offensichtlich einen ganz deutlichen Sprung in der Entwicklung seiner Tragkraft gemacht. Als ich gestern nach längerer Zeit wieder geritten bin, konnte ich deutlich fühlen, dass er mehr Gewicht auf der Hinterhand trägt, die Vorhand viel freier war und das ganze Pferd von hinten deutlich aktiver. Es war ein richtiges bergauf Gefühl, das in dieser Deutlichkeit und Konsequenz neu für uns ist. Was für ein Erlebnis! Das war unglaublich und ist eine ganz tolle Bestätigung für meine so einsame Arbeit mit ihm, ohne Unterricht, den ich so gerne hätte. Auch das langsame Tempo, mit dem wir schon allein aus Zeitmangel voranschreiten, zahlt sich einfach aus. 
Was für eine Freude, was für ein Pferd!