Neues von Ole, Beppo & Toni

im Oktober 2016

19. Oktober
Inzwischen sind die Kameras installiert und funktionieren. Auch wenn es keinen Spaß macht, ist es ein gutes Gefühl, immer zu wissen, dass es den Pferden gut geht und dass wir sehen können, wer sie verbotenerweise eventuell doch wieder mal füttert. 
Rund um unsere zwei Hektar habe ich 12 Schilder am Zaun angebracht, die Polizei kontrolliert regelmäßig und zu Weihnachten wünschen wir uns dieses Alarmsystem, das einen Alarm sendet, sobald der Stromfluss im Zaun unterbrochen wird. 

Wer auch immer unseren Pferden zu nahe kommt, kann sich warm anziehen...

Hauptsache sie sind sicher und wenn es sein muss, schützen wir unsere kleine Idylle eben mit schwerem Gerät. Gott sei Dank ist der Toni wieder da und zum Glück ist niemandem etwas passiert.

11. Oktober
Gestern erst habe ich erfahren, was am Mittwoch bei unseren Pferden passiert ist:
Mittags gegen halb eins wurde eine Bekannte vom nächstgelegenen Hof von der Polizei angerufen und gefragt, ob ihr ein dunkles Pferd fehlt. Ihr fehlte keins. Diverse andere Höfe in der Umgebung wurden angerufen, niemandem fehlte ein Pferd. Es lief aber eines auf der Schnellstraße herum. Ich war bei der Arbeit. 
Die Bekannte vom Nachbarhof fuhr daraufhin mit dem Fahrrad an meinem Stall vorbei bis zur Schnellstraße, die direkt hinter meiner Wiese verläuft. Dort standen bereits einige Autos aus beiden Richtungen quer auf der Straße. Polizei war auch da, Pferd lief da rum. 
Es war unser Toni!

Eine der Autofahrerinnen, die gehalten hatten, zog sich schließlich ihren Gürtel aus, ging zu Toni, legte ihm den Gürtel um den Hals und führte ihn von der Straße runter auf den Weg in Sicherheit. Dort erkannte ihn unsere Hofnachbarin und wollte ihn zurück bringen. Das war zunächst nicht so einfach, weil der Strom natürlich an war und sie aufpassen musste, dass nur der Toni rein, aber die anderen nicht raus kommen. Sie hat es aber geschafft. Dann hat sie sich auf die Suche nach der undichten Stelle in den Zäunen gemacht. Es musste eine Stelle geben, durch die er auf die andere Seite kam. Er ist ja noch nicht so lange bei uns und hat in den ersten Wochen mehr als nur ein mal den Zaun zerfetzt, aber seit sich die Jungs endlich vertragen und sogar zu dritt in die Box zum Schlafen gehen, haben wir mit sowas nicht mehr gerechnet.
Sie suchte also nach einer kaputten Stelle im Zaun und jetzt wird es gruselig:
Es gab keine.
Dazu muss man wissen, dass wir einen 1,55 hohen Zaun mit 5! Reihen Litze im Abstand von 30cm haben (Auf dem Bild unten der Zaun im Hintergrund). Tatsächlich war an diesem Tag die Batterie für den hinteren Bereich am Außenzaun sehr schlapp und kaum noch Strom drauf. Trotzdem. Der 1,68m 850kg Kaltblut-Toni hätte zuerst mit dem Kopf, dann mit einem Bein nach dem anderen so geschickt durch den immer gleichen 30cm Zwischenraum klettern müssen, dass dabei weder eine Litze, noch ein Isolator kaputt geht. Es war also an keiner Stelle irgendwo etwas kaputt. Das kann nur eins bedeuten: Jemand hat 5 Torgriffe aufgemacht. 
Absichtlich. 
Warum auch immer. Dann muss der Toni raus gegangen sein und der Mensch muss wieder zu gemacht haben. Was auch immer der Plan gewesen sein mag (Pferde füttern, Pferde stehlen, ...) es endete damit, dass der Toni draußen war und nicht wieder rein kam. Er muss auch schon länger draußen gewesen sein, weil er nach seiner Rückkehr eine Ewigkeit getrunken haben soll. Es kann gut sein, dass das schon nachts gewesen ist. Es sind am Außenzaun entlang 4 Äppelhaufen gewesen, das spricht für ca 8 Stunden und bedeutet, es muss noch dunkel gewesen sein als er raus kam. Ich kann nicht fassen, was hätte passieren können, wenn er im Dunklen auf die Schnellstraße gelaufen wäre. Auch mitten am Tag ist es ein unendliches Glück, dass niemandem etwas passiert ist. An dieser Stelle fahren die Autos selten unter 100kmh.

Ich bin sprachlos. Entsetzt. Und unendlich dankbar, dass nichts passiert ist.

Die Kameras sind endlich bestellt, Weidetore (keine Griffe mehr) in Planung und noch mehr Hinweisschilder schon im Kofferraum.
Viel mehr kann man nicht machen, sagt die Polizei. Hat sich auch nicht für das Nummernschild des weißen Transporters interessiert, der neulich vor Sonnenaufgang am hinteren Ausgang der Weide geparkt war.  Wir versuchen uns zu wappnen, gegen wen oder was auch immer, und sind traurig, dass wir das müssen. 


Mit dem Aufrüsten geht auch ein Stück Idylle verloren und ich bedaure von Herzen, dass ich an dieser Stelle meine generelle Gutgläubigkeit zu Gunsten der Sicherheit für unsere Pferde zurückstellen muss.
Hoffentlich hört mit der Video Überwachung nun endlich die unerlaubte und gefährliche Füttere auf und hoffentlich gehen auch die ganz Dreisten, die sogar bereit sind, Zäune aufzumachen, das Risiko gefilmt zu werden nicht ein. 

8. Oktober
Wir können es selbst kaum glauben und sind sehr glücklich darüber, dass Beppi und Toni ihre Feindschaft begraben haben! Wer hätte das gedacht! Gestern als ich zum Stall kam, war weit und breit kein Pferd zu sehen, so dass ich schon Angst bekam - könnte ja sein, dass sie jemand geklaut hat oder sie sich selbst irgendwie auf den Weg gemacht haben. Auch auf Rufen gleich nach dem Aussteigen aus dem Auto gab es keine Reaktion. Und als ich dann um die Ecke kam, schauten sie alle drei ganz verschlafen aus der großen Box - sie haben tatsächlich alle zusammen im Stall ein Mittagsschläfchen gemacht. Sooo schön, dass sie sich doch noch so zusammengerauft haben...


Der Toni ist nach wie vor brav und macht alles gelassen mit. Neulich ist Lui geritten während auf der Wiese direkt nebenan ein unbeholfener Gleitschirmflieger das Starten geübt hat. Der riesige rot-weiße Schirm ging immerzu rauf und runter, hoch in die Luft und wieder auf den Boden, direkt nebenan. Den Ole hätte ich in einer solchen Situation gar nicht erst besteigen zu brauchen, aber der Toni hat nicht ein mal gezuckt. Nicht mal geguckt, der ist einfach so unendlich cool und dabei kein bisschen langweilig...


Inzwischen war auch der Hufschmied wieder da und hat Tonis ausgefranste Schuhe in Ordnung gebracht. Jetzt hat er richtig schicke Hufen und hat sie auch bereitwillig hergegeben. Auch das hätten wir am Anfang nicht gedacht, als das 850-Kilo-Pferd seine schweren Haxen einfach kein bisschen hochheben wollte.. ;)

 

Und der Ole arbeitet endlich wieder regelmäßig :) Das freut mich sehr, weil wir den ganzen Sommer mehr oder weniger nichts gemacht hatten. Er hat sämtliche Muskeln abgeworfen, die er hatte und wirkte auch ziemlich gelangweilt. Ich hab es einfach nicht geschafft und freue mich daher umso mehr, dass wir endlich wieder die Kurve gekriegt haben. 

Unsere letzte Neuigkeit für heute ist Oles neue Reitbeteiligung. 
Ja, kaum zu glauben - ich selbst hätte nicht für möglich gehalten, dass ich mich dazu mal durchringen würde. Ich wollte jahrelang niemals nicht irgendwen außer mir selbst auf ihm haben. Aber als er jetzt immer noch länger nichts gemacht hatte, weil ich einfach nicht dazu kam - als der ganze lange Sommer so vergangen war, habe ich meine Eitelkeit diesbezüglich überdacht. Und jetzt wird Ole also zwei mal die Woche von unserer guten Jill bespaßt, was sehr schön funktioniert.
Ich selbst habe endlich wieder den Einstieg gefunden, dazu noch die Arbeit mit Jill, das passt genau und freut mich sehr.

 



Und noch ein Bild einfach nur weil ich's so schön finde:
Jills Hunde Paco und Torres, die bei der Stallarbeit und jetzt also auch beim Reiten immer dabei sind: